Artemed Klinikum München Süd
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Vorderer Kreuzbandriss

Sie haben sich das vordere Kreuzband gerissen? Damit sind Sie nicht allein. In Deutschland verletzen sich ca. 50/100000 Einwohner pro Jahr das vordere Kreuzband. Es gehört damit zu den häufigsten Verletzungen des Kniegelenks. Das vordere Kreuzband (kurz VKB, oder im Englischen ACL „anterior cruciate ligament“) ist ein zentraler Stabilisator unseres Kniegelenks. Es kommt bei allen Säugetieren vor und war selbst bei den Dinosauriern schon angelegt.

Symptome beim vorderen Kreuzbandriss

Eine Verletzung des VKB ist eine häufige, aber schwere Verletzung des Knies und führt zu einer Translationsinstabilität - dem typischen Schubladenphänomen in der klinischen Untersuchung - sowie einer Rotationsinstabilität. Häufig wird eine Unsicherheit im Knie beim Treppabgehen oder schnellen Richtungswechseln, z.B. beim Ausweichen vor einem Hindernis oder schnellen Sportarten wie beim Fußball oder Skifahren, beklagt. Nur wenige Patienten verspüren trotz VKB-Riss keine Instabilität, man nennt sie „Coper“. Mit muskulärem Training kann zwar das Knie allgemein stabilisiert werden, es gibt aber keine Muskeln, die das VKB ersetzen können. Somit ist bei einer Verletzung des VKB mit einer dauerhaften Instabilität zu rechnen, über die Jahre kommt es durch die Überbelastung der Gelenkflächen und der Menisken zu einem frühzeitigen Verschleiß des Knies. Wir empfehlen deshalb auch Menschen über 40 mit moderatem Sportanspruch die operative Versorgung und Stabilisierung.

Vorderer Kreuzbandriss: Erstbehandlung und OP 

Zunächst steht nach einem Unfall die Erstversorgung im Vordergrund: mit Kühlung, Kompression und Entlastung können Sie zunächst den meist auftretenden Gelenkserguss und die damit verbundene Bewegungseinschränkung verbessern, die Behandlung kann mit Lymphdrainage und krankengymnastischer Übungsbehandlung unterstützt werden. Je nach Ausmaß der Verletzung kann es zwei bis sechs Wochen dauern bis die Symptome abklingen.

Bei typischen Befunden in der klinischen Untersuchung, sollten Sie bald eine Kernspintomographie (MRT) des Kniegelenks durchführen lassen, um die Diagnose zu sichern und Begleitverletzungen z.B. am Meniskus auszuschließen. In wenigen ausgewählten Fällen können wir Ihr gerissenes Kreuzband mit kräftigen Fäden wieder an den Knochen annähen, in den meisten Fällen wird das VKB aber mit körpereigenen Sehnen ersetzt. Wir verwenden dabei meist Sehnen der Hamstring-Gruppe (Semitendinosus-/Gracilissehne) an der Oberschenkelrückseite oder einen Teil der Strecksehne des Kniestreckers, die sogenannte Quadricepssehne. In Ausnahmefällen z.B. bei erneuten Rupturen und Revisionen werden auch die Sehnen des unverletzten Beins entnommen. Die Wahl des Transplantats hängt von vielen Faktoren ab und wird individuell mit Ihnen besprochen und entschieden.

(Bild: Arthrex) 

Über eine kleine Stichinzision wird eine Stabkamera mit 5mm Durchmesser in das Knie eingeführt, das gesamte Knie wird routinemäßig nach weiteren Verletzungen überprüft. Über eine weitere Stichinzision werden dann mit arthroskopischen Instrumenten die Reste des gerissenen Kreuzbandes entfernt. Mit speziellen Zielinstrumenten werden Bohrkanäle mit einem Durchmesser zwischen 7 und 10mm Durchmesser angepasst an die entnommenen Sehnen im Oberschenkel und Schienbein angelegt. Dabei wird genau überprüft, dass die Kanäle exakt an der ehemaligen Lage des ursprünglichen VKB zu liegen kommen. Man spricht hier von einer anatomischen Rekonstruktion, die am ehesten die Funktion des VKB erfüllt. Das VKB wird am Oberschenkel mit einem sehr kräftigen Glasfaserfaden und einem selbstverblockenden Titanplättchen festgemacht, alternativ dazu erfolgt wie an der Schienbeinseite die Fixierung mit einer den Bohrkanal ausfüllenden Interferenz-Schraube, die sich mit den Jahren in Knochen umbaut. Selbstverständlich werden auch Verletzungen des Meniskus und des Knorpels in gleicher OP versorgt. Meistens können Sie nach zwei Wochen an Unterarmgehstützen wieder voll belasten.

Weitere Krankheitsbilder: Verletzungen am hinteren Kreuzband, Innen- und Außenband

Neben dem VKB versorgen wir auch Risse des hinteren Kreuzbandes, des Innen- und des Außenbandes. Bei Patienten mit erheblicher Überbeweglichkeit oder erhöhter Beanspruchung des Knies führen wir zudem auch eine zusätzliche Stabilisierung am äußeren Gelenkspalt, eine sogenannte OP nach Lemaire durch, dabei wird ein „zweites VKB“ an der Außenseite des Knies geschaffen, das für eine zusätzliche Rotationsstabilität sorgt.

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Sportorthopädie am Artemed Klinikum München Süd

 

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