Artemed Klinikum München Süd - Chefarztsekretariat

Artemed Klinikum München Süd
Am Isarkanal 30
81379 München
T 089 72440-224, -215, -217 oder -306
F 089 72440-435
bauchzentrum-akms@artemed.de

Hernien

Hernien (Brüche) entstehen, wenn Bauchorgane oder Gewebe durch eine Schwachstelle in der Bauchwand oder im Zwerchfell nach außen treten. Sie gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern in der Allgemein- und Viszeralchirurgie und können in verschiedenen Körperregionen auftreten. Typische Beschwerden sind eine sicht- oder tastbare Vorwölbung, Druck- oder Schmerzempfindungen sowie funktionelle Einschränkungen. Unbehandelt können Hernien größer werden oder sich einklemmen, was einen medizinischen Notfall darstellt.

Mögliche Hernienarten

Hernien treten in unterschiedlichen Formen auf, die jeweils charakteristische Lokalisationen und Begleitsymptome aufweisen. Zu den häufigsten Hernienarten zählen:

+ Leistenhernie (Inguinalhernie): Die Leistenhernie ist die am häufigsten auftretende Hernienform. Sie betrifft vor allem Männer und äußert sich als Vorwölbung in der Leiste, die sich bei körperlicher Belastung verstärken kann.

+ Schenkelhernie (Femoralhernie): Sie tritt häufiger bei Frauen auf und liegt unterhalb des Leistenbands. Aufgrund des hohen Risikos einer Einklemmung gilt sie als besonders komplikationsträchtig.

+ Nabelhernie (Umbilikalhernie): Nabelhernien kommen sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen vor. Sie zeigen sich meist als Vorwölbung im Bereich des Bauchnabels und können Beschwerden durch Druck oder Schmerzen verursachen.

+ Narbenhernie (Inzisionalhernie): Nach Bauchoperationen kann sich im Bereich der Operationsnarbe eine Hernie entwickeln. Ursache ist eine Schwächung der Bauchwand, die ein Austreten von Bauchinhalt begünstigt.

+ Epigastrische Hernie: Diese Form tritt zwischen Nabel und Brustbein auf. Sie besteht häufig nur aus Fettgewebe und bleibt lange symptomlos, kann aber bei Größenzunahme Beschwerden hervorrufen.

+ Zwerchfellhernie (Hiatushernie): Hierbei verlagert sich Magengewebe durch eine Lücke im Zwerchfell in den Brustraum. Häufig kommt es zu Sodbrennen oder Schluckbeschwerden durch den Rückfluss von Magensäure.

+ Parastomale Hernie: Nach der Anlage eines künstlichen Darmausgangs kann es in dessen Umgebung zu einem Bruch kommen. Dieser ist zwar meist nicht lebensbedrohlich, kann aber funktionelle Probleme bereiten.

Diagnostik von Hernien

Die Diagnose einer Hernie erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren. Ziel ist es, die genaue Lokalisation, Größe und mögliche Komplikationen (z. B. Einklemmungen) zuverlässig zu erfassen.

+ Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD): Mit einer Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm können insbesondere Zwerchfellhernien diagnostiziert und Begleitveränderungen wie Entzündungen oder Geschwüre erkannt werden.

+ Gastrografin-Schluckuntersuchung: Durch die Gabe eines Kontrastmittels lassen sich Bewegungsabläufe und Engstellen im oberen Verdauungstrakt sichtbar machen, was vor allem bei Hiatushernien hilfreich ist.

+ Kapselendoskopie zur Abklärung von Motilitätsstörungen: Eine spezielle Kamerakapsel kann den Verdauungstrakt auf Durchgängigkeit und Bewegungsstörungen untersuchen. Dies kommt in besonderen Fragestellungen zum Einsatz.

+ Sonografie: Ultraschall ist eine schnelle und schonende Methode, um Bauchwandhernien sichtbar zu machen. Vor allem bei Kindern und schlanken Patientinnen und Patienten liefert sie gute Ergebnisse.

+ Computertomografie (CT): Die CT eignet sich besonders zur Darstellung komplexer oder schwer lokalisierbarer Hernien. Sie erlaubt eine präzise Darstellung der anatomischen Strukturen und möglicher Begleiterkrankungen.

+ Magnetresonanztomografie (MRT): Vor allem bei unklaren Befunden oder zur Planung komplexer Eingriffe kann die MRT eingesetzt werden. Sie liefert hochauflösende Bilder ohne Strahlenbelastung.

Operative Behandlung einer Hernie

Eine Hernie heilt nicht von selbst und kann im Verlauf größer werden oder Komplikationen verursachen. Daher ist bei den meisten Hernienarten eine operative Versorgung notwendig. Abhängig von Lokalisation, Größe und individuellem Befund stehen unterschiedliche Operationsverfahren zur Verfügung.

+ Laparoskopische Verfahren
Über kleine Hautschnitte und den Einsatz einer Kamera (Schlüssellochtechnik) kann die Hernie schonend verschlossen werden. Meist wird dabei ein Kunststoffnetz eingesetzt, das die Bauchwand verstärkt.

+ Offene Verfahren
Bei größeren oder komplizierten Hernien sowie bei Rezidiven (erneut aufgetretenen Hernien) kann eine offene Operation erforderlich sein. Auch hier werden häufig Netze zur Stabilisierung verwendet.

+ Endoskopische Verfahren
Vor allem bei Zwerchfellhernien kommen endoskopische Eingriffe zum Einsatz, um den Magen zu repositionieren und den Zwerchfelldurchtritt zu verstärken.

Veralteter Browser

Sie verwenden einen veralteten Browser. Die korrekte Darstellung der Webseite ist nicht garantiert und die Bedienung ist eingeschränkt bis hin zu nicht bedienbar.