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Hals- und Schilddrüse

Die Schilddrüse ist eine hormonproduzierende Drüse im vorderen Halsbereich. Sie spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel und bei der Regulation zahlreicher Körperfunktionen. Veränderungen an der Schilddrüse oder im Halsbereich sind vergleichsweise häufig und reichen von gutartigen Knoten bis hin zu bösartigen Tumoren oder Zysten. Um gutartige von behandlungsbedürftigen oder bösartigen Veränderungen zu unterscheiden, ist eine genaue Abklärung entscheidend.

Mögliche Hals-/Schilddrüsenerkrankungen

Veränderungen im Halsbereich können verschiedene Ursachen haben. In vielen Fällen bleiben sie zunächst symptomlos und werden zufällig entdeckt. Andere führen zu sichtbaren Schwellungen, einem Druckgefühl oder Schluckbeschwerden.

+ Halszysten: Halszysten sind angeborene, mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume im Gewebe, die sich im Laufe des Lebens vergrößern können. Oft werden sie im Kindes- oder jungen Erwachsenenalter sichtbar. Bei Entzündungen oder wenn sie eine ästhetische Beeinträchtigung darstellen, kann eine Entfernung empfehlenswert sein.

+ Gut- und bösartige Erkrankungen der Schilddrüse: Schilddrüsenknoten sind sehr häufig und in den meisten Fällen gutartig. In einigen Fällen handelt es sich jedoch um Schilddrüsenkarzinome, die einer weiterführenden Behandlung bedürfen. Eine Struma nodosa (knotige Vergrößerung der Schilddrüse) kann selbst bei normaler Schilddrüsenfunktion zu lokalen Beschwerden wie Schluckstörungen oder Luftnot führen.

+ Abklärung von Lymphknotenvergrößerungen im Halsbereich: Vergrößerte Halslymphknoten treten häufig im Zusammenhang mit Infektionen auf, können aber auch ein Anzeichen für chronisch-entzündliche oder bösartige Erkrankungen sein. Eine genaue Abklärung ist wichtig, um die Ursache zu ermitteln und unnötige Eingriffe zu vermeiden.

Diagnostik von Hals-/Schilddrüsenerkrankungen

Bei Veränderungen im Halsbereich kommen verschiedene bildgebende Verfahren zum Einsatz. Diese helfen dabei, die Lage, Struktur und Funktion der betroffenen Gewebe präzise zu beurteilen. Welche Methode verwendet wird, richtet sich nach der klinischen Fragestellung.

+ Sonografie (Ultraschall): Die Ultraschalluntersuchung ist die erste Wahl, wenn es darum geht, die Schilddrüse sowie Raumforderungen im Halsbereich zu beurteilen. Mithilfe dieser Untersuchung können Informationen über Größe, Struktur und mögliche Veränderungen gewonnen werden. Häufig reicht eine Kontrollsonographie aus und kann unkompliziert durchgeführt werden.

+ Elastografie: Bei diesem speziellen Ultraschallverfahren wird die Gewebeelastizität bewertet. Verhärtete Knoten können auf bösartige Veränderungen hinweisen. Die Methode ergänzt die konventionelle Sonografie bei der Risikobewertung von Schilddrüsenknoten.

+ Computertomografie (CT): Die CT kommt bei größeren oder tiefer liegenden Raumforderungen zum Einsatz. Sie ermöglicht eine präzise Darstellung der anatomischen Strukturen und ist insbesondere bei der OP-Planung von Vorteil.

+ Magnetresonanztomografie (MRT): Die MRT liefert besonders detailreiche Bilder von Weichteilstrukturen im Halsbereich. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn eine exakte Abgrenzung zu Nachbarstrukturen erforderlich ist.

+ Überweisung zur Schilddrüsenszintigraphie: Bei diesem nuklearmedizinischen Verfahren wird die Aktivität einzelner Schilddrüsenanteile dargestellt. Es hilft dabei, sogenannte „heiße“ (überaktive) und „kalte“ (unteraktive) Knoten voneinander zu unterscheiden und ermöglicht somit eine gezieltere Behandlung.

+ Kontrastmitteluntersuchung zur Abklärung von Halszysten: Bei unklaren Zystenbildungen kann eine spezielle Röntgendarstellung mit Kontrastmittel helfen, Lage und Verbindung zu benachbarten Strukturen sichtbar zu machen.

Operative Behandlung von Hals-/Schilddrüsenerkrankungen

Wenn eine Behandlung notwendig wird, stehen in vielen Fällen schonende, minimalinvasive Verfahren zur Verfügung. Das Ziel besteht darin, die Funktion der umliegenden Strukturen zu bewahren und Komplikationen zu verhindern.

+ Entfernung von Halszysten: In der Regel erfolgt die operative Entfernung bei Beschwerden, Entzündungen oder auffälligem Wachstum. Das Ziel besteht darin, den Tumor vollständig zu entfernen, um ein Wiederauftreten zu vermeiden. Der Eingriff wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt, je nach Lokalisation ist auch ein minimalinvasiver Eingriff möglich.

+ Entfernung von Halslymphknoten: Verdächtige Lymphknoten im Halsbereich können in der Regel einzeln entfernt und feingeweblich untersucht werden. Das ist häufig notwendig für die weitere Therapieplanung.

+ Entfernung von gut- oder bösartigen Schilddrüsentumoren: Bei gutartigen Knoten, die lokale Beschwerden verursachen, oder bei bösartigen Befunden kann eine teilweise oder vollständige Entfernung der Schilddrüse erforderlich sein. In vielen Fällen kann die Operation minimalinvasiv durchgeführt werden, wodurch das umliegende Gewebe geschont und die Erholungszeit verkürzt wird.

 

Vor jeder Operation wird sorgfältig geprüft, welches Verfahren im individuellen Fall am zielführendsten ist. Das Ziel besteht darin, möglichst gewebeschonend zu operieren und funktionsfähiges Schilddrüsengewebe zu erhalten. Grundsätzlich besteht während des Eingriffs jedoch immer das Risiko einer Schädigung des Kehlkopfnervs. Um dieses Risiko zu minimieren, wird der Nerv während der Operation mittels kontinuierlichem intraoperativem Neuromonitoring (CIONM) überwacht. Dieses Verfahren ermöglicht eine effektive Echtzeitüberwachung des rückläufigen Kehlkopfnervs, auch Stimmnerv genannt, während des gesamten Eingriffs. Selbst kleinste Veränderungen der Funktionsfähigkeit können so sofort festgestellt und Verletzungen vorgebeugt werden. Somit wird sichergestellt, dass die Operation möglichst schonend und sicher durchgeführt wird.

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